Erlangen 2010 „Diskurs und Raum“

Tagungsbericht zur Sommerschule Erlangen 2010 „Diskurs und Raum“

Bericht zur Sommerschule aus dem „Rundbrief Geographie“ 226

Welche Potenziale bieten Diskurstheorien zur Konzeption und empirischen Durchführung von Forschungsprojekten in der Humangeographie und benachbarten raumorientierten Kultur- und Sozialwissenschaften? Wie kann bspw. ein Forschungsprojekt über die Grenzregime der Europäischen Union diskurstheoretisch konzeptionalisiert werden? Wie können die politischen Auseinandersetzungen über den anthropogen induzierten Klimawandel diskurstheoretisch verstanden werden? Wo liegen die Unterschiede zwischen einer an Foucault orientierten Diskursforschung und einer marxistisch orientierten Ideologiekritik – und welche Konsequenzen haben diese Unterschiede für den Entwurf humangeographischer Forschungsprojekte? Wie kann ich unterschiedliche diskurstheoretische Perspektiven angemessen in ein empirisches Forschungsdesign übersetzen?

Solche und ähnliche Fragen wurden auf Sommerschule „Diskurs und Raum“ diskutiert. Sie bot 55 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Einführung in die Theorien und Methoden der raumorientierten Diskursforschung sowie eine Plattform für den intensiven Austausch über eigene Forschungsprojekte. In mehreren Vorträgen und v. a. zahlreichen interaktiv gestalteten Modulen konnten sich die Doktoranden und fortgeschrittenen Studierenden dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft intensiv mit der humangeographischen Diskursforschung auseinandersetzen. Vorbereitet und getragen wurde die Sommerschule von dem Wissenschaftsnetz „Diskursforschung in der Humangeographie“, das 2009 das Handbuch „Diskurs und Raum“ publiziert hat. Zur Vorbereitung hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Handbuch mit zahlreichen Beiträgen zu Theorien und Methoden der humangeographischen Diskursforschung sowie einen ausführlichen Reader mit weiteren grundlegenden Texten der interdisziplinären Diskursforschung erhalten. Integriert in die Sommerschule war ein Leseseminar mit Professor Stuart Elden.

Die Erlanger Sommerschule ist zugleich Auftakt einer neuen jährlichen Reihe „Humangeographische Sommerschulen: Gesellschaft und Raum“. Ziel der Reihe ist es, dem deutschsprachigen wissenschaftlichen Nachwuchs in der Geographie sowie den benachbarten Sozial- und Kulturwissenschaften zentrale inhaltliche aber v. a. auch konzeptionelle, methodologische und methodische Aspekte der aktuellen humangeographischen Forschung standortübergreifend zugänglich zu machen. Der breit gestreute geographische und fachliche Hintergrund der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Erlangen (24 verschieden Hochschulstandorte, neben Geographie auch Soziologie, Politikwissenschaft, Gender Studies, Pädagogik und Kulturwissenschaften) sowie deren positive Bewertung der Veranstaltung zeigen das Potenzial einer solchen Reihe. Die Sommerschule 2011 wird sich am Geographischen Institut in Heidelberg mit den neueren Ansätzen der Gesellschafts-/Umwelt-Forschung in der Humangeographie beschäftigen. Weitere Informationen zur Erlanger Sommerschule sowie zur geplanten Humangeographischen Sommerschule 2011 bietet die Internetseite www.humangeographische-sommerschulen.de.

Georg Glasze (Erlangen) und Annika Mattissek (Heidelberg)

Programm der Sommerschule „Diskurs und Raum“

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Modulbeschreibungen

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DozentInnen

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