Programm Sommerschule 2021

Die Sommerschule Digitale Geographien 2021 findet vom 26. September bis zum 1. Oktober 2021 als Online-Veranstaltung statt. Das Programm ist in sechs Module gegliedert, die Vorträge, Workshops und praktische Elemente beinhalten. Neben dem vorläufigen Programm finden Sie hier weitere Informationen zu den Themenblöcken.

Modul 1: Grundlagen der digitalen Transformation und (neue) Raumkonzepte des Digitalen

Mit Beiträgen von: Univ.-Prof. Dr. Marc Boeckler und HS-Prof. Dr. Tilo Felgenhauer
In diesem Modul diskutieren wir zentrale theoretische Ansätze und (Raum-)Konzepte der Digitalen Geographie. Dabei setzen wir uns kritisch mit zentralen Begriffen und Konzepten zur Beschreibung der digitalen Transformation auseinander (bspw. Datafizierung, big data, Plattform-Kapitalismus) auseinander und diskutieren neuere konzeptionelle Ansätze, die in der Geographie entwickelt und vorgeschlagen werden, um die digitale Produktion von Räumen sowie die räumliche Organisation des Digitalen zu verstehen.

Modul 2: GIS und die digitale Modellierung von Raum

Mit Beiträgen von: Ph.D. Ryan Burns, Dr. Dominik Kremer und Prof. Dr. Blake Walker
Das inhaltliche Modul „GIS und Modellierung von Raum“ setzt sich mit dem Forschungsstand im Bereich GIS und Raummodellierung auseinander. Geographische Informationssysteme “übersetzen” und modellieren Geographien auf spezifische Art und Weise. In dem Modul setzen wir uns mit Herausforderungen und Potenzialen dieser Modellierungen auseinander. Dabei wenden die Teilnehmer*innen die gewonnenen Erkenntnisse mithilfe explorativer räumlicher Datenanalyse bzw. der semiautomatischen Analyse von Bewegungsdaten selbst praktisch an und diskutieren diese Erfahrungen vor dem Hintergrund neuer Paradigmen des Digitalen.

Modul 3: Politische  Geographien der digitalen Stadt: Rationalitäten und Logiken im Regieren durch Digitalisierung

Mit Beiträgen von: Christian Eichenmüller und Dr. Henning Füller
Die Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse greift in zunehmendem Maße auf digitale Techniken zurück. So werden bspw. in der “smart city” verschiedenste gesellschaftlich-räumliche Prozesse digital lesbar gemacht und gesteuert. Das Modul fragt nach der sozio-technischen Gestaltung eines solchen “Regierens durch Digitalisierung” sowie den damit einhergehenden Produktionen von neuen Räumen und gesellschaftlichen Verhältnissen.

Modul 4: Politische Geographien der digitalen Zirkulation: Problematisierungen, Politiken und Strategien der Regierung von Digitalisierung

Mit Beitrag von: Prof. Dr. Georg Glasze und Finn Dammann
Wer kontrolliert auf welche Weise und mit welchen Zielen die Zirkulation digitaler Daten und Informationen? Diese Frage ist ein zentraler Gegenstand von zahlreichen Debatten in Wissenschaft und Politik. Unter dem Schlagwort „Digitale Souveränität“ wird dabei vielfach eine gesellschaftliche Abhängigkeit von global agierenden Digitalunternehmen problematisiert. In diesem Modul diskutieren wir, welche politischen „digitalen“ Geographien dabei sprachlich-diskursiv und technisch-materiell produziert werden.

Modul 5: ICT4D & “digital development”: Digitalisierung als Entwicklungsstrategie?

Mit Beitrag von: Ph.D. Dorothea Kleine
Die Schlagworte “ICT4D” (Information & Communication Technologies for Development) und digital development lenken den Blick auf Fragen globaler Ungleichheiten im digitalen Zeitalter. In dem Modul setzen wir uns mit Fragen ungleicher Entwicklung nicht nur aber auch im Kontext der Digitalisierung (Stichwort: digital divide) auseinander. Wir fragen nach den Potenzialen aber auch Fallstricken und nicht zuletzt ethischen Herausforderungen von Konzepten einer digitalen Entwicklung.

Modul 6: Politische Ökologien der Digitalisierung

Mit Beiträgen von: Prof. Dr. Sybille Bauriedl und Prof. Dr. Julia Verne 
Politische Ökologien fragen nach den sozio-politischen Dimensionen ökologischer Prozesse. Die digitale Transformation war lange Zeit als vor allem als Chance für Ent-Materialisierung und eine Verringerung von Ressourcenverbrauch betrachtet worden. In jüngerer Zeit ist allerdings die Materialität der digitalen Transformation stärker ins Blickfeld gerückt: auch digitale Techniken benötigen materielle Infrastrukturen und digitale Prozesse verbrauchen Energie. In diesem Modul setzen wir uns mit Fragen der Umweltbelastung und der Nachhaltigkeit der digitalen Transformation auseinander.