Auf dieser Seite schildern TeilnehmerInnen der Sommerschule 2019 ihre Erfahrungen.





„Ich bin Alina und studiere Geographie an der MLU in Halle. Ich bin auf die Sommerschule gestoßen, weil sie dieses Jahr von unserem humangeographischen Lehrstuhl ausgerichtet wurde. Teilgenommen habe ich vor allem aus Interesse.

Ich hatte ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Weil ich vorher auch gar keine Ahnung von dem Thema hatte, ist es mir am Anfang ein bisschen schwer gefallen mich reinzufuchsen, herauszufinden worum es überhaupt geht und mit den vielen Texten und neuen Theorien klarzukommen. Aber ich fand es auch spannend, viel Input zu bekommen. Was ich auch gut fand: dass man mit so vielen unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen zusammenkommt und diskutiert. Es sind wirklich viele interessante Gespräche entstanden, auch außerhalb der Workshops. Und trotz des Wissensunterschiedes hatte ich das Gefühl immer auf einer Ebene zu sein. Allgemein wurde in einer sehr angenehmen Atmosphäre diskutiert. Ich habe jetzt eine Ahnung davon, worum es bei Praktikentheorien geht und wie sie in der Wissenschaft angewendet werden. Für mich war die Sommerschule eine Art Denkanstoß, mich noch mehr mit dem Thema zu beschäftigen und auch das Buch zu nutzen, um mich mehr zu belesen. Es ist eine Art auf Dinge zu schauen, von der ich vorher noch nie etwas gehört habe.“





„Ich bin Heide, komme aus Frankfurt und arbeite am Institut für sozialökologische Forschung, das sich mit sehr unterschiedlichen Themen der Nachhaltigkeitsforschung auseinandersetzt. Ich promoviere seit drei Jahren zum Thema Plastik in der Umwelt […] und beschäftige mich mit Meeresmüll.

Das war auch der Grund, warum ich an der Sommerschule teilgenommen habe. Ich hatte meine Interviews geführt und einfach noch mal überlegt, inwiefern die Praktikentheorien mir eine spannende Perspektive auf das erhobene Material erlauben. […] Natürlich nehme ich ganz viel mit. Ich fand es total spannend und gut. […] Überhaupt glaube ich, dass es mir einen Zugang eröffnet hat. Ich fand total schön, dass sehr unterschiedliche Leute mit sehr unterschiedlichen Wissensständen zusammengekommen sind und so das Gefühl aufkam, man konnte in jedem Moment zu allem nachfragen. […] Also ich glaube Schatzki werde ich noch mal ganz anders lesen können. Die Barriere, sich an so einen großen Theoretiker oder überhaupt an Theorien anzunähern, die wurde hier einfach super gut abgebaut. Der Umgang war sehr offen und man hat sich einfach ausgetauscht. […] Was ich jenseits des Inhalts mitnehmen kann: das Gefühl, dass einfach Probleme in jeder Oualifikationsarbeit oder Methode stecken und andere diese Probleme auch haben. Das verbindet und ich glaube da eine andere Gelassenheit bekommen zu haben. Diese Gelassenheit, sich sowohl an Theorien heranzutrauen als auch mit methodischen Problemen umzugehen und einfach einen neuen, offenen Blick dafür zu haben, habe ich aus den zwei Tagen mitgenommen.“





„Ich bin Rafael und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bamberg. Dort arbeite ich am Lehrstuhl Kulturgeographie. Die Forschung setzt sich vor allem mit der Ländlichkeit, Wandel von Stadt-, Landverhalten auseinander und dabei auch mit Fragen von Geographien der Gerechtigkeit. Bei meinem Promotionsvorhaben setze ich mich mit sterbenden Dörfern und der Lebendigkeit des Ländlichen auseinander.

Wenn man keinen Blick auf Praktikentheorien hatte, dann hat man auf jeden Fall einen neuen Blick. Ich bin sehr jungfräulich an das Thema herangegangen. Dass es jetzt für meine Forschung relevant ist denke ich nicht, da ich mein theoretisches Werkzeug schon habe. Allerdings, und das denke ich zeichnet die Geographie auch aus, behauptet sie sich durch vielfältige Perspektiven und deshalb ist es nie schlecht einen anderen Blick zu bekommen. Zukünftig könnte ich mir gut vorstellen, etwas in diese Richtung zu machen. Auch für die Lehre finde ich es spannend. […] Die Sommerschule im Allgemeinen fand ich super. Ganz großes Kompliment, Jonathan. An euch, das ganze Team: super organisiert, super Atmosphäre.“





„Ich bin Sona und komme ursprünglich aus Finnland. Dort habe ich Geographie studiert, jetzt schreibe ich meine Doktorarbeit am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig und beschäftige mich mit sozialem Unternehmertum und sozialer Innovation in ländlichen Räumen […].

Praxistheorien eignen sich sehr gut, um das Praktische und Alltägliche in der Zusammenarbeit zu verstehen. Deswegen dachte ich, dass eine Sommerschule zu Praxistheorien nützlich sein könnte. Themen wie Identität oder Emotion und Affekt fand ich schön. Ich merke, dass diese Themen noch nicht so stark in der Praxistheorie behandelt wurden und es gut ist, dass sie hier Raum gefunden haben. Von anderen Sommerschulen bin ich es gewohnt, dass man sich mit seinen eigenen Arbeiten beschäftigt […] und es war überraschend, dass es allgemeine Workshops und Vorträge gab, aber man sich gerade nicht mit seinen eigenen Themen auseinandersetzte. Es ist einfach ein anderes Format, muss ich sagen. Es wäre schön für mich gewesen, wenn die Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeiten stattgefunden hätte. Doch auch so gab es gute Diskussionen, ich habe viel gelernt und viele neue Kontakte bekommen.“